08.03.2018

Frühjahrsveranstaltung 2018 der Deutschen Vereinigung für Geflügelwissenschaft e.V.

Im Rahmen der Frühjahrsveranstaltung der Deutschen Vereinigung für Geflügelwissenschaft e.V. (WPSA) trafen sich am 7. März Experten aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland in den Räumen der Universität Vechta, um über aktuelle Fragestellungen in der Geflügelwirtschaft zu diskutieren.

Bei der Vortragstagung stellten Prof. Dr. vet. Josef Kamphues, Direktor des Instituts für Tierernährung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Daniel Kämmerling, Hochschule Osnabrück und Prof. Dr. Rudolf Preisinger, EW-Group, die neusten Ergebnisse aus Ihren Forschungseinrichtungen vor. Friederike Meinheit, die in diesem Jahr den Förderpreis der WPSA für ihre Masterarbeit über „Möglichkeiten zur Aufzucht und Verwertung männlicher Legehennen“ erhalten hat, erläuterte kurz die wesentlichen Erkenntnisse ihrer Arbeit.

Prof. Kamphues untersucht den Einfluss von Haltung und Fütterung auf die Ausbreitung von Salmonellen bei experimenteller Infektion von Masthähnchen. Dabei kam er zu dem Schluss, dass die Trennung der Tiere von ihren Exkrementen oder die Trockenhaltung der Einstreu die Ausbreitung von Salmonellen begrenze.

Was ist Licht und wie sehen Tiere, damit befasste sich Daniel Kämmerling in seinem Vortrag. Er veranschaulichte, wie sich das Sehvermögen von Mensch und Vogel unterscheidet. Daraus leitete er ab, welche Voraussetzungen die Beleuchtung im Stall erfüllen müsse, damit sich die Tiere wohl fühlen.

Prof. Preisinger referierte über die Möglichkeiten der Geschlechtsbestimmung im Ei. Er stellte die beiden wissenschaftlich seriösen Verfahren des Geschlechtstests, das endokrinologische und das optische Verfahren sowie deren Vor- und Nachteile vor. Eine Umsetzung in der Praxis soll bis zum Jahr 2020 erfolgen.

Ein weiterer Themenblock der Fachtagung befasste sich mit Fipronil. Eric Hubers, Legehennenhalter aus den Niederlanden und Vorsitzender des niederländischen Geflügelwirtschaftsverbands (LTO) berichtete über die Fipronilkrise in seinem Heimatland. Im vergangenen Sommer waren in Eiern Rückstände von Fipronil gefunden wurden, die aus einem Desinfektionsmittel stammten, das bei der Reinigung der Ställe vorwiegend in den Niederlanden, aber auch EU weit eingesetzt worden war. So waren in den Niederlanden 358 Betriebe betroffen, von denen heute immer noch 172 komplett oder teilweise für die Eiererzeugung gesperrt sind.

Dietmar Tepe, Geschäftsführer des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltung, KAT e.V., sprach über das KAT Krisenmanagement im Rahmen der Fipronilkrise. Dabei zeigte er, dass das KAT Herkunfts- und Rückverfolgbarkeitssystem ein schnelles Eingrenzen der Krise und ein zielgerichtetes Handeln im Sinnes des Verbraucherschutz ermöglichte und stellte dar, wie eine sinnvolle Ausweitung dieses Systems auf den Bereich der verarbeiteten Produkte denkbar sei.

Als Moderatoren führten Prof. Dr. Silke Rautenschlein, Leiterin der Klinik für Geflügelkrankheiten an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Vizepräsidentin der WPSA, sowie Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Wissenschaftlicher Leiter des WING, durch die Diskussion.

Im Anschluss an die Vortragstagung fanden Fachexkursionen statt. Besichtigt wurde die Putenschlachterei der Firma Heidemark in Ahlhorn, die Firmenzentrale des Stalleinrichters Big Dutchman in Vechta sowie die Anicon Labor GmbH in Höltinghausen.

 

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