15.05.2018

9. Osnabrücker Geflügelsymposium

Rund 350 Teilnehmer diskutierten zu aktuellen Themen in der Geflügelwirtschaft

 

Osnabrück. Das 9. Osnabrücker Geflügelsymposium, welches gemeinsam vom Studienschwerpunkt angewandte Geflügelwissenschaften (StanGe, Hochschule Osnabrück) und vom Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING, Universität Vechta) organisiert wurde, fand in diesem Jahr am 15. Mai in der Hochschule Osnabrück statt.

In einem ersten Vortragsschwerpunkt gab Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, WING, Universität Vechta, einen Überblick über die Strukturen in der Geflügelwirtschaft der EU-Mitgliedsländer. Dabei ging er besonders auf Handelsströme und die Strukturen der Geflügelproduktion ein.
Dr. Ingo Stryck, Wiesenhof GmbH, berichtete über die Entwicklung der Märkte für Geflügelfleisch aus Sicht eines Geflügelfleischproduzenten. Seine Ausführungen beleuchteten insbesondere die zukünftige Rolle alternativer Produkte, und wie sie den Geflügelfleischmarkt verändern könnten. Dabei konzentrierte er sich auf der Beispiel des Privathof-Konzepts aus seinem Hause.
Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Geflügelfleischerzeugung in Deutschland war Thema des Vortrages von Prof. Dr. Harald von Witzke, Humboldt Forum for Food and Agriculture (HFFA) e.V.

Am Nachmittag thematisierten kompetente Referenten in zwei umfassenden Vortragsblöcken den Diskussionsstand im Geflügelmanagement. Der erste Themenblock umfasste dabei folgende parallel stattfindende Sessions:
• Legehennen im Fokus–ein neuer praktischer Blick auf die Fütterung (Heinrich Kleine Klausing, EW Nutrition GmbH)
• Flackerfreies Licht für Nutzgeflügel (Dipl. Ing. agr. Daniel Kämmerling und Prof. Dr. Robby Andersson, Hochschule Osnabrück)
• Feuchte Einstreu managen (Kathrin Toppel, Prof. Dr. Robby Andersson, Hochschule Osnabrück)

Wiederum in unterschiedliche Sessions aufgeteilt wurden nach einer kurzen Pause in einem zweiten Vortragsblock nachfolgend aufgeführte Themen herausgearbeitet:
• Rote Vogelmilbe – Status quo der Bekämpfungsmöglichkeiten (Dr. med. vet. Nikolaus Kowollik, ConVet GmbH & Co. KG)
• Neue Möglichkeit zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe (Katharina Johannhörster, Praxis Dr. Pöppel)
• HatchCare für bessere Küken(qualität)! (Hans Groot Koerkamp, Optibrut GmbH)
• Tierschutzindikatoren in der ökologischen Mastputenhaltung (Dr. Thomas Bartels, Universität Leipzig)
• Schnabelkürzen bei Mastputen – gegenwärtiger Erkenntnisstand (Dr. Jutta Berk, Friedrich-Loeffler-Institut, Celle)
• Tierschutzindikatoren bei Pekingenten – „Der Blick aufs Tier“ (Dr. Christian Sürie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)
• Status Quo des Einsatzes von Wasserangeboten in der Pekingentenhaltung in Niedersachsen (Wilhelm Kollmer-Heidkamp, Mitglied der AG Enten/ Gänse im Tierschutzplan und Mästerbetreuer)


Einen Anstoß zu geben und sich auszutauschen war auch das Ziel des abschließenden Plenums, zu dem die Veranstalter hochkarätige Stimmen aus der Verbandsarbeit, der Praxis, der Politik und der Forschung eingeladen hatten.
Die Planungssicherheit und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen für eine deutsche Geflügelwirtschaft, die innovativ und nachhaltig in die Zukunft gehen will, wurden von Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V., dargelegt.
Ministerin Barbara Otte-Kinast, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, war kurzfristig verhindert und wurde von Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, Leiter der Abeiteilung Landwirtschaft, EU-Agrarpolitik und Agrarumweltpolitik im Ministerium, vertreten. Er setzte sich mit der Stellung und sinnvollen zukünftigen Ausrichtung der niedersächsischen Geflügelwirtschaft im nationalen sowie globalen Kontext auseinander. Zudem versprach er, Anregungen aus Vorträgen und Diskussionsbeiträgen der Veranstaltung mit ins Ministerium zu nehmen.
Die spektroskopische Geschlechtsbestimmung im Brutei auf dem Weg zur Automatisierung erläuterte Jörg Hurlin, Agri Advanced Technologies GmbH. Im Mittelpunkt seines Vortrages standen die Ergebnisse zum Stand der Automatisierung (Wiederverschluss, Erfolgsrate/Schlupfrate, Lebenstag) in den Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei mittels Absorptionsspektroskopie.
Mit den Nutzungsmöglichkeiten von ausgesonderten Eiern bei der Geschlechtsbestimmung, setzt sich Prof. Dr. Robby Andersson, Hochschule Osnabrück, auseinander. Er klärte über die Definition von tierischen Nebenprodukten der Kategorie 3 auf und erläuterte zudem die Verwertung der ausgesonderten Eier aus der Geschlechtsbestimmung unter Berücksichtigung des Futtermittel- und Lebensmittelrechts sowie seuchenhygienischen Aspekten.

Mit dem hohen Praxisbezug der Themen und Vorträge des Geflügelsymposiums wurde der Diskussionsstand zum Geflügelmanagement im Bereich Huhn, Pute und Ente aufgegriffen und vertieft. Die Veranstaltung bot damit eine Plattform zum Dialog zwischen Agraringenieuren, niedergelassenen Tierärzten, Veterinären in Unternehmen, Amtsveterinären und Wissenschaftlern.

 

 


Fotos: Harm Böckmann, WING


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