08.10.2018

Zum Welt-Ei-Tag am 12. Oktober: Deutsche Eierwirtschaft ist gestärkt


Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Wissenschaftlicher Leiter des Wissenschafts- und Informationszentrums Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING) der Universität Vechta, hat interessante Entwicklungen in der deutschen Legehennenhaltung und Eiererzeugung analysiert.


VECHTA. Seit 2010 ist die Haltung von Legehennen in konventionellen Käfigen in Deutschland verboten. Damit trat das Verbot zwei Jahre früher, als es das EU-Recht vorgeschrieben hat, in Kraft. Aus diesem Grunde wurden damals kritische Stimmen laut, die starke Rückgänge bei der Zahl der Legehennen sowie den erzeugten Eiern befürchteten und zunehmende Importe von Eiern und Eiprodukten voraussagten.

„Die damals geäußerten Befürchtungen sind nur kurzzeitig eingetreten. Zwar ging die Eiererzeugung zwischen 2007 und 2010 stark um 1,6 Mrd. Eier zurück, was einen schnellen Anstieg der Importe zur Folge hatte, dennoch lagen die erzeugten Eier in 2011 bereits wieder über dem Wert von 2007“, erklärt der Wissenschaftliche Leiter des WING, Prof. Dr. Windhorst, im Vorfeld des Welt-Ei-Tages am Freitag (12. Oktober). „Die Umrüstung auf andere Haltungssysteme, wie der Boden- und Freilandhaltung, wurde weitaus schneller vollzogen als ursprünglich angenommen.“

„In dem untersuchten Zeitraum von 2007 bis 2017 nahm vor allem die Zahl der Legehennenbetriebe zu, und zwar um 44,4 %. Ein Wachstum war auch bei den Hennenhaltungsplätzen um 22,3 %, bei den Beständen um 24,4 % und bei der Eiererzeugung um 26,2 % festzustellen“, so Prof. Dr. Windhorst weiter.

Ganz offensichtlich wurde der notwendige Umrüstungsprozess in den Haltungsformen genutzt, um die Zahl der Stallplätze zu erhöhen. Der schnelle Anstieg der Betriebszahl ist dabei eine Folge der deutlichen Zunahme der Betriebe mit Freilandhaltung und ökologischer Haltung. Insgesamt verkleinerte sich dadurch die durchschnittliche Herdengröße pro Betrieb. Lag die Durchschnittsgröße im Jahr 2007 noch bei 33.135 Hennen, wurden 2017 nur noch 22.117 erreicht.

Allerdings sind die Betriebszahlen nur bedingt vergleichbar, da in 2015 der Begriff „Betrieb“ vom Statistischen Bundesamt als „seuchenhygienische Einheit“ neu definiert wurde. Dies könnte den großen Sprung bei den Betriebszahlen von 1.498 in 2014 auf 1.650 in 2015 erklären.

Derzeit stammen nahezu 63 % aller in Deutschland erzeugten Eier aus Betrieben mit Bodenhaltung. Die Haltung in Kleinvolieren und ausgestalteten Käfigen verliert zunehmend an Bedeutung. Etwas mehr als 28 % der Eiererzeugung entfallen auf Betriebe mit Freilandhaltung oder ökologischer Haltung.

Prof. Dr. Windhorst macht abschließend deutlich: „Rückblickend kann man sagen, dass die deutsche Eierwirtschaft eher gestärkt aus dem Prozess einer Neuorientierung in den Haltungsformen hervorgegangen ist“.


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