21.11.2018

WING auf der EuroTier 2018


Das WING präsentierte ein Stelendesign auf dem DLG Special "Digital Animal Farming" und informierte sich auf der EuroTier über Innovationen und Perspektiven in der Nutztierhaltung.

„Mit 2.597 Ausstellern und 155.000 Besuchern, darunter 46.500 aus dem Ausland, zeigt die EuroTier 2018 ihre Bedeutung als die weltweite Leitmesse für Tierhaltung.“ Dies erklärte Dr. Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), zum Abschluss der EuroTier am 16. November 2018 in Hannover (DLG Pressemitteilung 16.11.2018).

Auf dem DLG SPECIAL "Digital Animal Farming" präsentierte das WING (Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft, Universität Vechta) ein Stelendesign zum Thema "Effekte technologischer Entwicklungen in der Geflügelhaltung". Das Team beantwortete interessierten Besuchern auch Fragen zu den Strukturen in der Geflügelhaltung in Deutschland und zur Arbeit des WING. Am Mittwoch besuchte die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Susanne Mittag das WING auf dem DLG Special und sprach mit Frau Desiree Heijne über das Projekt „Transparenzoffensive in der Geflügelwirtschaft“.

An den Firmenständen und auf der Campus & Career Karrieremeile erhielten die Mitarbeiterinnen des WING viele Informationen zu Innovationen in der Nutztierhaltung sowie neuen Forschungsprojekten im Bereich Geflügelhaltung und Tierwohl.

Die Messe wurde von einem interessanten Rahmenprogramm begleitet. Auf der Internationalen Geflügelkonferenz, die vom ZDG (Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.) gemeinsam mit der DLG und dem EPC (European Poultry Club) am 12. November veranstaltet wurde, nahmen Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Wissenschaftlicher Leiter des WING, und Dr. Aline Veauthier, Geschäftsführerin des WING, teil.

Die Internationale Geflügelkonferenz befasste sich mit den wichtigen und spannenden Themenkomplexen: Wie muss der Geflügelstall der Zukunft aussehen und wie lassen sich Tierwohl, Umweltschutz, Biosicherheit und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut bringen? Unter dem Titel „Tierwohl. Umweltschutz. Biosicherheit. Drei Ziele = ein Stall?“ diskutierten Wissenschaftler, Praktiker und Vertreter von Tier- und Umweltschutzverbänden vor mehreren hundert Gästen. Fazit nach zwei Stunden engagierter und durchaus kontroverser Diskussion: Eine einfache Lösung für die teilweise im direkten Zielkonflikt stehenden Herausforderungen wird es naturgemäß nicht geben können. Spürbar jedoch war die grundsätzliche Bereitschaft der Diskussionspartner, sich für eine zukunftsfähige und gesellschaftlich akzeptierte Tierhaltung gemeinsam auf den Weg zu machen. Als „Minimalkonsens“ hielt Moderatorin Tanja Busse auch unter dem Eindruck zahlreicher engagierter Wortbeiträge von Landwirten aus dem Auditorium fest: „Ein Wandel in der Tierhaltung muss finanziert werden und darf nicht auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werden.“ (ZDG Pressemitteilung, 14.11.2018)

Das Thema Tierwohl stand am Donnerstag im Mittelpunkt des Parlamentarischen Messeabends des Oldenburger Münsterlandes. Landrat Johann Wimberg, Präsident des Verbundes Oldenburger Münsterland, sprach in seiner Begrüßung vom anhaltenden Anspruch an das Tierwohl. Dabei existiere ein Spannungsfeld zwischen dem Anspruch der Gesellschaft und dem Verbraucherverhalten selbst. Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bemerkte, dass die „Viehaltung noch nie unter so einem gesellschaftlichen Druck wie heute“ stand. Es müsse schnell wirtschaftlich tragbare Lösungen geben, denn manche Belastungsgrenzen seien überschritten, z.B. in Bezug auf das Düngerecht. Mit den strikten deutschen Gesetzen sei man aber in Europa nicht alleine. Dass das Agribusiness große Herausforderungen zu meistern hat, stellte auch Uwe Bartels, Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland und Landwirtschaftsminister a.D., heraus. Die Politik sei am Zug und müsse endlich verlässliche und praktikable Vorgaben schaffen. Die Anforderungen an den Stall der Zukunft stellte Prof. Dr. Lars Schrader, Leiter des Instituts für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Loeffler-Instituts dar. Er unterstrich die Notwendigkeit einer Gesamtstrategie, da die Zielkonflikte nur gemeinsam zu lösen seien und Tierhalter Planungssicherheit bräuchten. Seine Vision: Intelligente Ställe für intelligente Tiere.


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