22.08.2018

Kanada beschreitet neue Wege in der Früherkennung von AI

Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Wiss. Leiter, WING Universität Vechta

Schlagwörter: Aviäre Influenza; Wildvögel; Genomanalyse; Früherkennung; Geflügelwirtschaft; AI Virus; British Columbia Centre for Disease Control, Kanada

Die Ausbrüche der Aviären Influenza in 200 Geflügelbetrieben in Kanada und den USA in den Jahren 2014 und 2015 haben zu einem Verlust von 49 Mio. Tieren geführt und einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 3 Mrd. US-$ zur Folge gehabt. Die angewandten Methoden zur Früherkennung von Infektionen unter Wildvögeln haben damals die hohe Infektionsdichte nicht erkannt, weil nur zufällige Stichproben das Ausmaß nicht widerspiegelten. Um solch massive Ausbrüche in Zukunft zu verhindern, soll nun ein neuer Weg beschritten werden, wie Poultry World in Heft 6 (2018) berichtet.

Weil die Gefahr bestehe, dass man bei den Zufallsstichproben von Wildvögeln infizierte Tiere nicht erfasse, so Dr. William Hsiao vom British Columbia Centre for Disease Control (Vancouver), müsse versucht werden, vorliegende Infektionen früher zu erkennen. Deshalb sei eine Methode entwickelt worden, über Sedimente in Seen (insbesondere an deren Ufern) zu ermitteln, ob und in welchem Ausmaß das AI Virus in Wildvögeln vorhanden sei. Durch Analyse der in den Sedimenten enthaltenen Ausscheidungen der Vögel sei man in der Lage, hierzu Aussagen zu treffen. Die Sedimente, die wegen des hohen Wassergehaltes stark verdünnte Anteile von Kot aufwiesen, müssten zunächst verdichtet werden. Dann sei es möglich, durch eine Genomanalyse festzustellen, ob und in welchem Umfang das AI Virus in den Ausscheidungen der Wildvögel vorhanden sei. Es würden pro Monat die Sedimente von drei Feuchtgebieten analysiert und einmal pro Jahr 18 weitere Seen. Das Verfahren führe zum Ziel, sei aber bislang mit 500 CDN pro Probe noch zu teuer, um eine breite Anwendung zu ermöglichen. Man hoffe, in den nächsten zwei bis drei Jahren die Kosten auf 50 -100 CDN zu senken, um dann eine größere Probenzahl analysieren zu können.

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird von mehreren Institutionen (u. a. dem Landwirtschaftsministerium von British Columbia, der Agentur für Lebensmittelüberwachung und von der Gruppe für Nachhaltige Geflügelerzeugung) mit 2,5 Mio. CDN finanziert. Es hat inzwischen internationale Beachtung gefunden, was angesichts der anhaltenden Bedrohung der Geflügelwirtschaft durch das AI Virus nicht überrascht.

Kontakt:

Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst
Wiss. Leiter
WING, Universität Vechta

Telefon: +49. (0) 4441.15 348

E-Mail: hwindhorst@wing.uni-vechta.de

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