19.03.2018

Die meisten Ostereier kommen aus der Bodenhaltung

Die wichtigsten Antworten zum Osterei

Warum gibt es überhaupt braune und weiße Eier? Woher kommen die bunten Eier? Aus welcher Haltungsform stammen die meisten Ostereier? Das Team des Wissenschafts- und Informationszentrums Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING) an der Uni Vechta beantwortet auch in diesem Jahr die wichtigsten Fragen rund um das Osterei.

Kann ich trotz der Fipronilkrise im letzten Jahr bedenkenlos Eier zu Ostern essen?
Ja. Deutschland verfügt über ein effizientes Herkunfts- und Rückverfolgbarkeitssystem für Eier. Im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes werden schon geringste Rückstände von nicht für Nahrungsmittel zugelassenen Substanzen schnell erkannt und die betroffenen Eier unmittelbar aus dem Markt genommen. Auch die Fipronilkrise im letzten Jahr konnte schnell aufgeklärt werden, wobei die damals in den Eiern gefundenen Rückstände so gering waren, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Verbraucher bestand.

Aus welcher Haltungsform stammen die meisten Ostereier?
In Deutschland wurden letztes Jahr 12,1 Milliarden Eier produziert. Rund 65 % aller Eier stammen dabei von Hennen, die in Bodenhaltung eingestallt sind. Auch die eingefärbten Eier kommen ganz überwiegend aus dieser Haltungsform. Eier aus Freilandhaltung haben einen Anteil von knapp 16 Prozent, wobei die Anzahl der erzeugten Eier um 12 Prozent gesunken ist. Dieser hohe Rückgang ist durch die Geflügelpest im Frühjahr 2017 zu erklären, da nach Ablauf der zwölf Wochen Stallpflicht die Freilandeier unter der Haltungsform Bodenhaltung vermarktet werden mussten. Ganz im Gegensatz zu Legehennen in ökologischer Erzeugung, deren Eier trotz Stallpflicht nicht umdeklariert wurden. Jedes elfte Ei stammt aus Bio-Haltung – Tendenz steigend. Nur etwa 8 Prozent der Eier kommen noch aus so genannten Kleingruppenhaltungen. Diese Eier werden zum größten Teil in Lebensmitteln weiterverarbeitet, zum Beispiel für Nudeln und Kuchen. (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Ist Freilandhaltung wirklich die beste Haltungsform für ein Huhn?
Richtig ist, dass ein Huhn in der Freilandhaltung am meisten Platz hat – und zwar 4 Quadratmeter Auslauffläche pro Henne im Außenbereich. Da Hühner Herdentiere sind, nutzen sie den Platz nicht aus, sondern halten sich meist in der Nähe des Stalls auf. Dort sind sie auch besser vor natürlichen Feinden wie Raubvögeln geschützt. Auch die Wahrscheinlichkeit von Infektionen und die Sterblichkeitsrate sind in der Freilandhaltung höher.

Wo verstecken sich Eier?
Eier sind heute in der Ernährung der meisten Menschen in Europa so selbstverständlich wie allgegenwärtig. Ob im Kuchen, im Nudelteig oder zu steifem Baiser gebackener Eischnee, Eier stehen in vielerlei Form auf dem Speisezettel. Doch sie werden auch in der medizinischen Produktion, im Eis als Bindemittel oder in der Kosmetik für z.B. Shampoos verwendet. Zudem wird bei der Herstellung von Wein oftmals Eiweiß eingesetzt, um den Wein zu klären.

Woher kommen die bunten Eier?
Marmoriert, einfarbig, geringelt oder wie ein Regenbogen aussehend, bunte Eier werden ganzjährig in modernen Eierfärbereien hergestellt. Die innovativen Färbeverfahren ermöglichen die Umsetzung vieler Ideen, z.B. auch von Firmenlogos auf dem Ei. Bis die bunten Eier gekocht, gefärbt und fertig verpackt sind, dauert es nur etwa 25 Minuten.

Wieso gibt es Ostereier?
Das Ei gilt seit dem Mittelalter als das Symbol für die Auferstehung Christi. Eier waren früher in der Fastenzeit verpönt. Da die Hühner aber nicht aufhörten, Eier zu legen, gab es zu Ostern entsprechend viele davon.

Warum sind braune Eier normalerweise gefragter als weiße?
Braune Eier wirken natürlicher. Weiße Eier stehen dagegen mehr für Sauberkeit. Die Deutschen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrheitlich dafür entschieden, dass ein Ei natürlich aussehen soll. In den USA ist es genau umgekehrt. Die meisten Eier dort sind weiß. Nur zu Ostern steigt die Nachfrage nach weißen Eiern sprunghaft an, weil sie sich angeblich besser färben lassen. Das ist auch der Grund, warum weiße Eier vor Ostern deutlich teurer sind als braune, sagt Prof. Windhorst, Wissenschaftlicher Leiter des WING. Dabei eignen sich braune Eier in der Regel genauso gut zum Färben wie weiße.

Warum gibt es überhaupt braune und weiße Eier?
Das hängt von der Rasse der Hühner ab. Dabei lässt sich nicht sagen, dass Hennen mit braunem Federkleid nur braune und Hennen mit weißem Federkleid weiße Eier legen. In der Rassegeflügelzucht gibt es auch Hühnerrassen, die grüne, rötliche oder bläuliche Eier legen.

Wie lange halten sich gekochte Ostereier?
Werden die Eier nicht gekühlt, sind sie etwa zwei Wochen haltbar – vorausgesetzt sie wurden mindestens zehn Minuten hart gekocht. Im Kühlschrank bleiben sie laut Bundesinstitut für Risikobewertung immerhin vier Wochen lang frisch. Eier verderben schneller, wenn die Schale beschädigt ist, weil dann Keime in das Ei eindringen können. Aus diesem Grund sollten Eier auch nach dem Kochen nicht mit kaltem Wasser abgeschreckt werden: Beim Abschrecken gelangen das Wasser und eventuell enthaltene Keime durch kleine Risse oder die poröse Schale in das Innere des Eis. Dadurch verkürzt sich die Haltbarkeit auf wenige Tage, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Woran erkenne ich, aus welcher Haltungsform ein Ei stammt?
Das verrät der Aufdruck auf dem Ei. Die Kennzeichnung DE steht für Deutschland. Die Zahl davor kennzeichnet die Haltungsform. 1 bedeutet Freilandhaltung, 2 Bodenhaltung und 3 Kleingruppenhaltungen. Die 0 findet sich auf Bio-Freilandeiern. Die weiteren Zahlen kennzeichnen das Bundesland, Betrieb und Stall, in dem das Ei gelegt wurde. Wer die gesamte Nummer unter der Webadresse www.was-steht-auf-dem-ei.de eingibt, erhält alle Informationen über den Betrieb und den Stall.

Wie viele Eier legt ein Huhn?
In der Regel legt eine Henne fast täglich ein Ei, im Durchschnitt sind es rund 300 Eier pro Jahr. Die ersten Eier legt ein Huhn im Alter von etwa fünf Monaten. Sie gelangen aber nicht in den Handel, weil sie noch zu klein sind und die Schale noch zu dünn ist. Häufig sind auch Eier mit zwei Dottern dabei.

Wann schlüpfen Küken aus den Eiern?
Küken entstehen nur, wenn die Henne vorher von einem Hahn befruchtet wurde. Hühner benötigen allerdings keinen Hahn in ihrem Umfeld, damit sie Eier erzeugen. Das Ei wird ein paar Tage nach dem Eisprung einfach unbefruchtet ausgeschieden und nicht bebrütet. Aus einem befruchteten Ei schlüpfen die Küken bereits nach 21 Tagen.

Wie viele Eier pro Woche sind für Menschen gesund?
Eier sind sehr gesund. Sie enthalten viele Proteine und Vitamine. Die Annahme, dass Eier den Cholesterin-Spiegel erhöhen, ist überholt. Denn die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung ist begrenzt. Überschüssiges Cholesterin wird über den Harn ausgeschieden. Nach aktuellem Wissensstand ist der Verzehr von Eiern für gesunde Menschen unbedenklich. Für Menschen mit genetischer Veranlagung zu Fettstoffwechselstörungen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den Verzehr von höchstens zwei bis drei Eiern pro Woche.

Warum bringt eigentlich ein Hase die Ostereier?
Der Osterhase wird zum ersten Mal von dem Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau im Jahr 1682 in der Abhandlung „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“ erwähnt. Er schildert für Oberdeutschland, Pfalz, Elsass und angrenzende Gebiete sowie Westfalen den Brauch, dass der Osterhase die Eier in Gärten im Gras und Gesträuch versteckt, wo sie zur Freude und Belustigung der Erwachsenen von den Kindern gesucht werden. Dass der Osterhase die Eier verstecke, nennt er „eine Fabel, die man Simpeln und Kindern aufbindet“. In einigen Teilen der Schweiz war der Kuckuck der Eierlieferant, in Teilen von Westfalen war es der Osterfuchs, in Thüringen brachte der Storch und in Böhmen der Hahn die Eier zum Osterfest.

 

 


Bildergalerie Ostereier

(Fotos zum kostenlosen Download. Abdruck kostenfrei bei Nennung der Quelle.)


 

Quelle: WING
Fotos: A.-K. Jacobs, WING

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