06.11.2018

Am 11. November ist St. Martin

Überblick über die Gänsehaltung in Deutschland

In Deutschland gibt es zum Martinstag am 11. November verschiedene Bräuche wie den Martinszug, das Martinssingen und das Martinsgansessen. Zur Martinsgans werden traditionell gerne Rotkohl und Semmel- oder Kartoffelklöße gereicht.

Bei der Gänsehaltung handelt es sich überwiegend um ein Saisongeschäft, wie aktuell zum Martinstag oder auch zu Weihnachten. Gänse werden in Deutschland unter hohen Hygiene- und Tierschutzanforderungen gehalten, die Zwangsmast ist verboten.

Je nach Haltungsdauer unterscheidet man bei deutschen Schlachtgänsen die drei Haltungsformen (vgl. Golze, M.F. 2018, S. 196):

  • Kurzmast (Schlachtung nach 58-60 Tagen),
  • Mittel- oder Jungtiermast (16 Wochen) und
  • Lang- oder Spätmast (mind. 21/22 Wochen und max. 32/33 Wochen).

 

Im Jahr 2016* gab es in Deutschland 4.353 Gänsehalter mit einem Bestand von insgesamt 329.000 Gänsen. Dabei isst jeder Deutsche durchschnittlich 300-400 g Gänsefleisch pro Jahr (zum Vergleich: jeder Bundesbürger hat 2017 13,2 kg Hähnchenfleich gegessen). Der Gesamtverbrauch lag in 2016 bei 30.700 t und fiel auf 28.700 t in 2017 zurück. Gleichzeitig reduzierte sich auch die Bruttoeigenerzeugung in 2017 um 5,9 % auf 4.800 t, wobei sich im Vergleich zu 2016 der Selbstversorgungsgrad bei Gänsefleisch um 0,2 % auf 16,7 % erhöhte. Da die deutsche Gänsefleischerzeugung den hiesigen Bedarf nicht decken kann, ist Deutschland stark auf Importe angewiesen. Die Importe für den deutschen Markt stammen bei Gänseteilen zu 99 % und bei ganzen Tieren zu fast 100 % aus Polen und Ungarn (vgl. hierzu Beck 2018).


1) Zahlen für 2017 vorläufig
*Seit 2016 Erfassungsuntergrenze 1.000 Geflügelplätze, vorher Tiere

Literatur

Beck, M. M. (2018): MEG Marktbilanz. Eier und Geflügel 2018. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

Golze, M.F. (2018): Gänsemast und -zucht. In: Geflügeljahrbuch 2019. Deutschland im internationalen Vergleich. Jahrbuch des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. und seiner Mitgliedsverbände, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, S. 195-200.

 

 


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