Clean Meat –
stehen wir am Beginn einer Revolution in der Fleischerzeugung?

Hans-Wilhelm Windhorst, WING, Universität Vechta

Schlagwörter: clean meat; Fleisch; Fleischersatz; Pflanzenproteine; Zellkulturen; Konsum; Image; Lifestyle

 

Im Januar 2018 sorgten ein Buch und eine Pressemeldung für einige Aufregung bei den Fleischproduzenten, nicht nur in Deutschland. Zum einen war es das Erscheinen des Buches Clean Meat von Paul Shapiro, zum anderen die Pressemitteilung des Unternehmens Wiesenhof, dass es eine strategische Partnerschaft mit dem israelischen Startup-Unternehmen SuperMeat eingegangen ist, das im Bereich der Herstellung von künstlich erzeugtem Geflügelfleisch tätig ist. In der Pressemitteilung wurde von Peter Wesjohann auch der Grund für diese Beteiligung genannt, nämlich die Bereitstellung des Know-hows zur Entwicklung von Fleisch aus Zellkulturen. In einigen Medienberichten wurde die Frage gestellt, ob mit der Entscheidung großer Fleischerzeuger wie Tyson Foods oder Wiesenhof nicht der erste Schritt in Richtung Selbstauflösung beschritten werde. Anfang April 2018 gab Wiesenhof ergänzend bekannt, dass das Unternehmen das Alleinvertriebsrecht für den von Beyond Meat hergestellten fleischlosen Burger für Deutschland erworben habe. In diesem Überblickbeitrag soll versucht werden, die gegenwärtig vorliegende Situation zu beschreiben und erste Erklärungsansätze für die Entscheidung führender fleischerzeugender Unternehmen zu finden, sich der Herstellung bzw. dem Vertrieb von Produkten zuzuwenden, die entweder Fleisch ersetzen oder auf anderem Wege erzeugen wollen.

Clean Meat ist kein Fleischersatzprodukt

Es ist offensichtlich, dass in einigen Berichten, die in den letzten Wochen erschienen sind, nicht klar genug zwischen den bereits auf dem Markt verfügbaren Fleischersatzprodukten und den neuen Wegen in der Fleischerzeugung aus Zellkulturen unterschieden wird. Sehr weit fortgeschritten ist bereits die Erzeugung fleischähnlicher Produkte aus pflanzlichem Material. Hier ist das in El Segundo (Kalifornien) ansässige Unternehmen Beyond Meat führend. Die vom Unternehmen erzeugten Plant-Based Burger Patties (ein dem Hackfleisch ähnliches Produkt, das aus Erbsenprotein hergestellt wird) werden inzwischen in den USA in zahlreichen Supermarktketten und Restaurants angeboten.


Fleischersatz auf Pflanzenbasis

Fleischersatzproduckte auf Pflanzenbasis sind bereits seit einigen Jahren auf dem Markt. Allerdings haben sie einen noch vergleichsweise geringen Anteil am gesamten Fleischverzehr. In den USA geht man von 0,25 % aus. Ziel des Good Food Institutes, das in Washington, D.C., seinen Stammsitz hat, ist es nach Aussagen des geschäftsführenden Direktors Bruce Friedrich, aus pflanzlichen Proteinen Nahrungsmittel (Fleisch, Eier, Milch) zu erzeugen, die eine Nutztierhaltung erübrigen. Hierzu sind umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben begonnen worden, in die beträchtliches Risikokapital eingeflossen ist, u. a. vom Microsoft-Gründer Bill Gates. Die führenden Unternehmen sind gegenwärtig Beyond Meat und Hampton Creek, die beide in Kalifornien ansässig sind. Das von ihnen erzeugte Fleischersatzprodukt wird sowohl in Restaurantketten als auch Supermärkten angeboten. Vor allem bei jüngeren Käufern findet das Produkt eine hohe Akzeptanz. Es ist nicht verwunderlich, dass gerade im Silicon Valley in Kalifornien die Startups entstanden sind, weil dort die Innovationsfreudigkeit sehr groß und sehr viel Wagnis-Kapital verfügbar ist. Außerdem kommt es dem Lifestyle vieler Einwohner in Kalifornien entgegen. Die Ablehnung der intensiven Tierproduktion (wie die konventionelle Käfighaltung von Legehennnen) von über 60 % der Bevölkerung ist ein deutlicher Indikator. Das Good Food Institute ist inzwischen dabei, in Brasilien ein Startup einzurichten und Fühler nach China auszustrecken.


Fleisch aus Zellkulturen

Von den Fleischersatzprodukten auf der Basis pflanzlicher Proteine unterscheidet sich das clean meat, laboratory-cultured meat oder in-vitro meat grundlegend. Das Produkt ist Fleisch, das aus Zellkulturen entsteht. Dazu werden Stammzellen, die man aus den Föten ungeborener Kälber entnimmt, in eine Nährlösung eingebracht. In dieser Lösung entwickelt sich dann eine faserige Masse, die dem Fleisch eines Rindes ähnlich ist. Auf die Substitution von Rindfleisch konzentrieren sich gegenwärtig die meisten Startups, weil die Burgerpatties ein wichtiger Absatzmarkt sind. Bislang forscht wohl nur das israelische Unternehmen SuperMeat daran, Verfahren zur Erzeugung von Hähnchenfleisch aus Zellkulturen zu entwickeln.
Den ersten im Labor erzeugten Burger stellte Prof. Mark Post von der Universität Maastricht 2013 in London der Presse vor. Die Entwicklung hatte damals noch mehr als 300.000 € gekostet. Inzwischen sollen sich die Kosten auf etwa 28.000 US-$ pro Pound (453 g) belaufen. Memphis Meats, in das Tyson Foods, das führende US-amerikanische Unternehmen in der Fleischerzeugung, investiert hat, kann gegenwärtig 1 g Laborfleisch für 40 US-$ herstellen. Mosa Meats, das von Mark Post gegründete Unternehmen in den Niederlanden, plant, im Jahr 2020 einen Burger zum Preis von 10 US-$ auf den Markt zu bringen. Andere Unternehmen gehen von Entwicklungszeiträumen zwischen 5 bis 10 Jahren aus, vorausgesetzt, das notwendige Investitionskapital für die Forschung und Entwicklung ist verfügbar, denn auch Risikokapital wird zumeist mit der Hoffnung auf hohe Gewinne bereitgestellt.
Selbst wenn gegenwärtig die Herstellungskosten noch so hoch sind, dass eine weite Verbreitung ausgeschlossen ist, sind alle Unternehmen davon überzeugt, die konventionelle Fleischerzeugung in wenigen Jahrzehnten überflüssig machen zu können. Dabei werben sie mit plakativen Bildern. Genauso wie das Auto die Pferdekutsche ersetzt hat oder die von Edison erfundene Glühbirne die Petroleumlampe, wird clean meat die konventionelle Fleischerzeugung ablösen. Dabei zitieren sie häufig Winston Churchill, der bereits 1931 in einem Essay prognostiziert hatte, dass in fünfzig Jahren keine Tiere mehr geschlachtet werden müssten um Fleisch zu erzeugen, sondern dass dieses auf technischem Wege gewonnen werde (Shapiro 2018, S. 8).


Argumente für den revolutionären Wandel

Die Vorteile des aus Zellkulturen gewonnenen Fleisches sind nach Ansicht von Paul Shapiro zunächst vor allem darin zu sehen, dass keine Tiere mehr getötet werden müssen, um Fleisch zu erzeugen. Dies wird verständlich aus seiner Tätigkeit bei der Humane Society of the United States, der größten Tierschutzorganisation der USA. Weitere Vorteile, die auch von Vertretern mehrerer Startups genannt werden, sind der wegfallende Bedarf an Futtermitteln für die Nutztiere, die deutlich geringere Umweltbelastung, ein geringerer Wasserbedarf und eine schnelle Anpassungsmöglichkeit an eine sich veränderte Nachfrage. Dazu komme der nicht mehr notwendige Einsatz von Antibiotika und veterinärmedizinischer Präparate, was insgesamt die Sicherheit der so gewonnenen Erzeugnisse für den Konsumenten erhöhe.
In den Argumenten für die Fleischerzeugung aus Zellkulturen werden teilweise unbelegte Behauptungen aufgestellt, z. B., dass für die Erzeugung von Hähnchenfleisch nur ein Zehntel des Energiebedarfs notwendig ist im Vergleich zur Mast. Oder eine andere Aussage, dass für die Erzeugung eines Masthähnchens so viel Wasser verbraucht wird, dass ein Mensch sechs Monate lang jeden Tag duschen könnte. Da die Startups bislang keine Bilanzen vorgelegt haben, aus denen man den Einsatz von Energie und Wasser entnehmen kann, lassen sich diese Aussagen nicht überprüfen und sind folglich infrage zu stellen.
Die Konsumenten sollen vor allem mit dem Argument überzeugt werden, dass diese Form der Fleischerzeugung nachhaltig ist und dazu beiträgt, den Klimawandel einzugrenzen und damit das Überleben der Menschheit zu sichern.


Wer kontrolliert und überwacht die Erzeugung?

Ein auf den ersten Blick einfaches Problem ist die Bezeichnung. Ist es erlaubt, die aus pflanzlichen Proteinen erzeugten Fleischersatzprodukte als „Fleisch“ zu bezeichnen? Die politisch sehr einflussreiche Branchenorganisation der US Cattlemen´s Association (USCA) hat eine Petition an das Landwirtschaftsministerium der USA gerichtet, den Unternehmen zu untersagen, diese Bezeichnung zu verwenden. Daraus ergibt sich eine weitere Frage, nämlich die nach der Zuständigkeit der Aufsicht. Für Primärprodukte ist in den USA das Landwirtschaftsministerium (USDA) zuständig, für fertige Lebensmittel aber die Food and Drug Administration (FDA). Hier ist Klärungsbedarf notwendig (Devitt 2017). In Deutschland hat sich bislang diese Frage noch nicht gestellt, weil noch kein Unternehmen Fleisch aus Zellkulturen auf den Markt gebracht hat.
Ein eher sekundäres Problem ergibt sich für Vegetarier. Kann dieses Fleisch gegessen werden, obwohl es aus tierischen Zellen gewonnen wird. Da kein Tier getötet werden muss, um Fleisch zu gewinnen, könnte es bei ihnen zu einer veränderten Einstellung kommen.


Kritische Fragen

  • Bislang liegen kaum veröffentlichte Daten darüber vor, welche Mengen an Nährlösungen, Zellen, Energie und Wasser benötigt werden, um clean meat zu erzeugen. Wird es möglich sein, Fleisch aus Zellkulturen zu gleichen Kosten oder sogar billiger als konventionelles Fleisch zu erzeugen?
  • Woraus und zu welchen Kosten werden die Nährlösungen gewonnen? Sind Veränderungen an den Genen der Zellen für die Zellkulturen oder Zusatzstoffe notwendig, um den Wachstumsprozess der Zellen zu beschleunigen?
  • Ist es ethisch vertretbar, die Föten von Kälbern „anzuzapfen“, um Stammzellen für die Zellkulturen zu gewinnen? Wie groß muss die Zahl der Kälber sein, wenn sich in Zukunft diese Form der Fleischerzeugung durchsetzen sollte?
  • Besteht nicht die Gefahr, dass das Know-how in wenigen Unternehmen konzentriert ist, die dann den Markt kontrollieren?
  • Wenn sich wegen des notwendigen technischen Know-hows und der hohen Kosten für die Erzeugung die Verfahren zunächst nur in hochindustrialisierten Ländern umsetzen lassen, was bedeutet das dann für die weniger entwickelten Länder?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich für die landwirtschaftlichen Betriebe, die einen Schwerpunkt in der Nutztierhaltung haben?
  • Wie hoch wird die zusätzlich zu erzeugende Menge an Mineraldünger sein, wenn sich durch eine starke Reduzierung der Nutztierhaltung die verfügbare Menge an Wirtschaftsdünger deutlich verringert?
  • Welche Mengen an pflanzlichen Proteinen werden benötigt, um ein kg des Fleischersatzes zu erzeugen? Sollen die landwirtschaftlichen Betriebe, die bisher Nutztierhaltung als wichtigsten Betriebszweig hatten, auf die Erzeugung pflanzlicher Proteine umschwenken? Welche Flächengrößen werden dann notwendig sein, um hinreichende Einkommen erwirtschaften zu können?

Eine detaillierte Analyse der sich stellenden Probleme in der auf pflanzlichen Proteinen basierenden Erzeugung von Fleischersatzprodukten liegt von Legally, Clayron und Specht (2017) vor. Sie machen deutlich, dass die Identifizierung geeigneter Proteine, deren Isolierung, die Entwicklung einer effizienten Technologie, die Erzeugung von Bindematerialien und Aromastoffen zur Verbesserung des Geschmacks, die Vermarktung der Fleischersatzprodukte und die gezielte Werbung für diese neuen Produkte im Mittelpunkt gegenwärtiger Forschungs- und Entwicklungsvorhaben stehen.


Wo und wann findet die Revolution statt?

Bislang sind erst verschwindend geringe Mengen an Fleischersatzprodukten auf den Markt gelangt, die aus pflanzlichen Proteinen hergestellt werden, im Vergleich zu konventionell erzeugtem Fleisch. Dies sollte aber nicht dazu verleiten, die Entwicklung als kurzfristigen Hype abzutun. Das finanzielle Engagement von Unternehmen wie Tyson, Cargill oder auch Wiesenhof zeigt, dass man die sich hier anbahnende Dynamik ernst nimmt. Tyson Foods erklärte in einer Pressemitteilung, dass man sich in Zukunft eher als Unternehmen zur Proteinherstellung verstehe. Man habe in Memphis Meats investiert, um deren Wissen für die Errichtung großer Anlagen zu Erzeugung von clean meat nutzen zu können.
Fleisch aus Zellkulturen wird nach dem bisherigen Stand der Entwicklung wohl nicht vor 2030 in größeren Mengen auf den Markt gelangen und dann auch nur in wenigen Ländern. Realistische Einschätzungen, selbst der Startup-Unternehmen gehen von einem Anteil von etwa 20 % am gesamten Fleischverbrauch im Jahr 2030 aus. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Konsumenten die so erzeugten Produkte auch annehmen. Selbst wenn man ein dem Hackfleisch ähnliches Produkt erzeugen kann, dann ist das noch längst kein Steak oder ein Hähnchenbrustfilet. Deren Entwicklung wird sicherlich noch deutlich länger dauern.
Für Schwellen- und Entwicklungsländer, in denen gegenwärtig die Fleischnachfrage beständig steigt, werden die z. Z. erprobten Verfahren erst dann von Interesse sein, wenn sie es erlauben, wettbewerbsfähige Produkte anzubieten oder sogar die Preise für konventionell erzeugtes Fleisch zu unterbieten.
Paul Shapiro (2018, S. 20 ff.) hat trotz seines Engagements für den revolutionären Wandel in der Fleischerzeugung die z. Z. noch bestehenden Probleme sehr realistisch benannt:

  • Die Herstellungskosten sind gegenwärtig noch viel zu hoch.
  • Es werden erst sehr geringe Mengen an clean meat erzeugt. Sie haben noch keinerlei Marktbedeutung.
  • Bislang ist es nur möglich, ein dem Hackfleisch ähnelndes Fleisch aus Zellkulturen oder auch auf Pflanzenbasis zu erzeugen.
  • Es sind bislang noch keine Technologien (z. B. Bioreaktoren, Fermenter) in einer Größenordnung verfügbar, die es möglich machen, größere Mengen zu erzeugen.
  • Es sind noch viele Fragen bzgl. der rechtlichen Grundlagen und der Kontrolle bzgl. der Markteinführung ungelöst.
  • Es liegen noch keine Erhebungen darüber vor, ob Konsumenten das aus Zellkulturen erzeugte Fleisch auch essen werden.

 

Weshalb fließt Risikokapital in diese Verfahren und weshalb engagieren sich große Fleischproduzenten?

Fragt man nach den Gründen, weshalb umfangreiches Risikokapital für die Entwicklung von clean meat bereitgestellt wird, dann sind mehrere Antworten möglich. Zum einen versprechen sich die Investoren längerfristig hohe Gewinne aus den neuen Verfahren. Man möchte dabei sein, wenn es ums Geldverdienen oder wachsende Aktienwerte geht. Zum anderen gibt es sicherlich auch Investoren, die allein aus ethischen Gründen Kapital bereitstellen, weil sie das Töten von Tieren zur Herstellung von Nahrungsmitteln als nicht vertretbar ansehen.
Führende Unternehmen in der Fleischerzeugung haben ebenfalls unterschiedliche Motive für ihre Kapitalbereitstellung. Zum einen möchten sie, wie aus den Presserklärungen von Tyson, Cargill und Wiesenhof deutlich wird, Zugang zum Know-how haben, bevor die Startups durch ihren Erfolg so teuer werden, dass der Erwerb von Anteilen oder ganzer Unternehmen kaum noch finanzierbar ist. Zum anderen möchten sie mit der Aufnahme dieser Nahrungsmittel in ihr Programm die gesamte Breite von veganen bis hin zu konventionellen Produkten anbieten können. Ein dritter Aspekt ist weiterhin von Bedeutung. Durch Investitionen in Verfahren, die ein Töten der Tiere nicht mehr nötig machen, können sie zu einer Verbesserung ihres angeschlagenen Images in der Öffentlichkeit beitragen, das u. a. von Begriffen wie Massentierhaltung und Massentötung wehrloser Tiere bestimmt wird. Ob es eine zielführende Strategie ist, solange die konventionelle Produktion dominiert, werden erst die kommenden Jahre zeigen.


Welche Rolle werden die Konsumenten spielen?

Unverkennbar ist die Ausrichtung der Unternehmen, die Fleischersatzprodukte herstellen, z. B. den auf Erbsenprotein basierenden Burger von Beyond Meat, auf Zielgruppen, die sich für eine vegane, vegetarische oder auch flexitarische Ernährung entschieden haben. Diese potentiellen Konsumenten nehmen zwar an Zahl und Bedeutung zu, doch bewegt sich deren Anteil am gesamten Fleischverzehr im Bereich unterer einstelliger Prozentwerte. Hier lassen sich zwar Gewinne erzielen, doch ist das sicherlich nicht der erträumte revolutionäre Durchbruch. Ob dieser Hype, der besonders in einigen US-amerikanischen Lifestyle-Gruppen erkennbar ist, längerfristig Bestand hat oder wieder abebbt, sobald eine neue Welle durch das Nahrungsmittelangebot rollt, ist schwer vorauszusagen. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass die Zuwachsraten bei veganen und vegetarischen Nahrungsmitteln bereits wieder abnehmen, vielleicht auch wegen der hohen Preise. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch beim Absatz von Eiern aus käfigloser Legehennenhaltung, der in den USA bei etwa 16 % stagniert.
Ob das aus Zellkulturen entstehende Fleisch, das ja ein tierisches Protein ist, eine breite Akzeptanz finden wird, ist noch völlig offen. Hier äußern sich auch die Unternehmen, die in der Forschung und Entwicklung führend sind, noch sehr zurückhaltend. Ob das Argument, wir töten keine Tiere mehr, hinreichend sein wird, um zumindest die Gruppe der Vegetarier und Flexitarier zu überzeugen, wird sich erst dann zeigen, wenn erste Produkte zu vertretbaren Preisen auf den Markt gelangen. Das kann allerdings noch ein Jahrzehnt dauern.


Und ein abschließendes Fazit

Wie bei vielen anderen Innovationen auch, die sich wie eine Heilsbotschaft anhören, ist zunächst Skepsis angebracht. Allerdings kann es auch zu einer schnellen Ausbreitung der Neuerungen kommen, wenn sie von anderen Unternehmen aufgegriffen und marktfähig gemacht werden. Voraussetzung ist jedoch immer die Bereitschaft der Konsumenten, diese Produkte auch zu kaufen. Deshalb wird es notwendig sein, die weitere Entwicklung genau zu verfolgen und den jeweiligen Status zu dokumentieren.


 

 

Stand: April 2018

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Literaturhinweise


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Lagally, C., Clayton, E. R. und L. Specht: Plant-based meat mind maps: An exploration of options, ideas, and Industry. Washington, D. C.: The Good Food Institute, September 2017. http://www.gfi.org/images/uploads/2017/06/Mapping-Emerging-Industries.pdf. (Aufruf: 2. 3. 2018).

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