Aviäre Influenza

Wirtschaftliche Auswirkungen der Geflügelpest in einer raum-zeitlichen Analyse

Die Dissertation analysiert die wirtschaftlichen Folgen dreier großer Geflügelpestausbrüche in den Niederlanden (2003), Deutschland (2006) und den USA (2015) in einer raum-zeitlichen Analyse. Mit Hilfe von Experten werden insbesondere auch langfristige indirekte Folgen derartiger Ausbrüche genauer untersucht.

Verfasser: Harm Böckmann, Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft, Universität Vechta (Deutschland)

Laufzeit: Februar 2016 - Februar 2019

Finanzierung: Doktorandenstipendium der Universität

Abstract: Wildvögel, die oftmals keine Symptome zeigen, gelten als Reservoirträger für die Viruserreger der Aviären Influenza. Über die internationalen Flugrouten dieser Wildvögel, aber auch durch menschlich bedingte Transporte, haben sich die Erreger inzwischen über die ganze Welt ausgebreitet. Mit wenigen Ausnahmen gab es inzwischen in fast allen Ländern Ausbrüche verschiedener Größen niedrigpathogener (LPAI) oder hochpathogener Form (HPAI). Aviäre Influenza ist somit zu einem globalen Phänomen geworden.

Ein Ausbruch der hochpathogenen Form des Aviären Influenza Virus hat eine enorme wirtschaftliche Auswirkung für die Region und darüber hinaus auch für das ganze Land. Das Auftreten von HPAI hat kurzfristig gravierende direkte Folgen für die Landwirte und die vor- und nachgelagerte Industrie. Hier müssen u.a. Verluste der Tiere, leer stehende Ställe und Produktionskapazitäten in der Industrie und wirtschaftliche Schäden durch ein Verbringungsverbot betrachtet werden. Gravierender sind aber in der Regel die indirekten mittel- und langfristigen Folgen. Hierzu gehören u.a. Im-und Export Einschränkungen, die zu langfristigen Marktverschiebungen führen.

Die Folgen eines Ausbruches sind auch deshalb einschneidend, weil HPAI auch auf den Menschen übertragen werden kann. Obwohl dies bisher selten eingetreten ist, steht eine solche Möglichkeit grundsätzlich im Raum, was besondere Vorsichtsmaßnahmen bedingt. Die Verbraucher reagieren entsprechend sensibel mit Konsumverzicht und weichen auf andere Fleischarten aus. Dies wiederum resultiert i.d.R. in einem Preisverfall auf dem heimischen Markt, was zu weiteren wirtschaftlichen Schäden führt.

Diese Dissertation verfolgt das Ziel, die beschriebenen wirtschaftlichen Folgen von HPAI in den Niederlanden (2003), in Deutschland (2006) und in den Vereinigten Staaten (2015) zu analysieren. Hierbei wird insbesondere auf die Unterscheidung der direkten und indirekten Folgen wert gelegt. Darüber hinaus wird erörtert, welche Auswirkungen die raum- und zeitlichen Faktoren gespielt haben. Der Ausbruch in den Niederlanden ist regional konzentriert in einer viehintensiven Region aufgetreten. In Deutschland hat es während des Ausbruches kaum Verluste im Bereich des Nutzgeflügels gegeben, dennoch waren die wirtschaftlichen Auswirkungen beträchtlich. Der Ausbruch in den Vereinigten Staaten war der größte bisher in der Geschichte des Landes. Die direkten Folgen waren dennoch auf wenige Bundesstaaten begrenzt.

Die Untersuchungen anhand statistischer Auswertungen werden von Expertenmeinungen aus allen 3 Ländern gestützt. Rückschlüsse auf Basis dieser Statistiken werden von den Einschätzungen der Experten validiert, um fundierte Ergebnisse ermöglichen zu können.


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