Nachhaltigkeit Geflügel - Geflügelwirtschaft


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12.10.2017

Zum Welt-Ei-Tag: Eier aus Bio- und Freilandhaltung finden zunehmend Interesse bei deutschen Konsumenten

Jede zweite Henne in der EU lebt in ausgestalteten Käfigen - Europaweite Eierproduktion steigt

VECHTA. In keinem anderen Land Europas werden so viele Bio-Eier produziert wie in Deutschland: Jedes zehnte Ei stammt aus einem ökologischen Betrieb. Europaweit gesehen kommt nur jedes 20. Ei aus einem Bio-Stall. Das berichtet Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Leiter des Wissenschafts- und Informationszentrums Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING) der Uni Vechta anlässlich des Welt-Ei-Tages am 13. Oktober (Freitag). Dennoch wird bislang in Deutschland der ganz überwiegende Teil der Eier in Bodenhaltungsanlagen erzeugt.

Eier aus der Kleingruppenhaltung, die die Käfighaltung in Deutschland abgelöst hat, mögen nur wenige Deutsche. Acht Prozent aller Hennen in Deutschland werden so gehalten, europaweit liegt der Anteil von Legehennen in ausgestalteten Käfigen bei mehr als der Hälfte (55 Prozent). Die beliebteste Haltungsform in Deutschland ist die Bodenhaltung mit einem Anteil von rund 60 Prozent gefolgt von der Freilandhaltung mit 18 Prozent (europaweit 25 und 14 Prozent).

 

Tabelle 1: Anteil der Haltungsformen für Legehennen in Europa und Deutschland für das Jahr 2016

(Quelle: eigene Darstellung nach MEG 2017)

 

Im vergangenen Jahr hat jeder Bundesbürger im Durchschnitt 235 Eier gegessen. „Die hierzulande lebenden Legehennen reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken“, betont Prof. Windhorst. Weil künftig kaum noch zusätzliche Ställe gebaut werden sondern stattdessen viel in Modernisierung und Tierschutz investiert wird, ist Deutschland auch künftig auf Importe angewiesen. So stammen rund ein Drittel (34 bis 31 Prozent) der in Deutschland gegessenen Eier aus dem Ausland, vorwiegend aus den Niederlanden und Polen.

Im Gegensatz zu Deutschland liegt die Versorgung mit Eiern im übrigen Europa bei 105 %. In einer aktuellen Prognose hat Prof. Windhorst ermittelt, dass die europäische Produktion von fast 7,8 Millionen Tonnen im Jahr 2017 um 6,5 Prozent auf annähernd 8,3 Millionen Tonnen im Jahr 2025 wachsen wird. Größter Produzent von Schaleneiern in Europa war im Jahr 2016 Frankreich mit 0,95 Millionen Tonnen, gefolgt von Deutschland und Spanien mit 0,88 Millionen und 0,87 Millionen Tonnen.

„Allerdings wird die Produktion in Europa schneller wachsen, als der Eierkonsum. Dies führt zu einem steigenden Überschuss“, fasst Windhorst zusammen. Kann dieser Überschuss nicht als Schaleneier oder zur Weiterverarbeitung als Eiprodukte exportiert werden, könnte eine dauerhafte Periode der niedrigen Eierpreise folgen. Hochwertige Eiprodukte sollten trotz der vergleichsweise hohen Preise jedoch einen Markt finden.

Auch in den Entwicklungsländern gewinnt das Ei als Lebensmittel weiter an Bedeutung. Ursachen dafür sieht Windhorst in der globalen Bevölkerungszunahme, die zukünftige Kaufkraft der Menschen sowie die zunehmende Verstädterung. Außerdem werden die geringe Futterverwertungsrate sowie der Vorteil, dass dem Eierverzehr keine religiösen Vorbehalte entgegenstehen, die Bedeutung des Eis als Grundnahrungsmittel erhöhen.

 

Kleine Eierkunde

 

Weltrekord: Das schwerste Hühnerei der Welt

Normalerweise wiegt ein Hühnerei im Durchschnitt 60 Gramm. Die Eischale ist kalkhaltig und macht dabei etwa 10 Prozent des Eigewichtes aus. Nach Angaben der Redaktion von "Guinness World Records" wurde in Vineland, New Jersey, USA am 25. Februar 1956 offiziell das schwerste Ei der Welt gefunden. Das Ei der weißen Leghorn-Henne wog 454 Gramm, es hatte zwei Eidotter und eine doppelte Schale. Es war damit fast 8-mal so schwer wie ein normales Ei.

 

Der Welt-Ei-Tag

Seit 21 Jahren wird in mehr als 40 Ländern, von Australien bis Zimbabwe, an jedem zweiten Freitag im Oktober der „Welt-Ei-Tag“ gefeiert. Ganz selbstverständlich stehen Eier in vielfältigen Variationen auf dem Speiseplan der Europäer und sind als frisches Lebensmittel relativ lange verwendbar und zudem ganzjährig verfügbar. Ferner gehört das Ei zu den preiswerten Lebensmitteln.

 

Interviewanfragen/Rückfragen der Presse an:

Dr. Aline Veauthier/Sarina Schockemöhle (WING)
Telefon: 04441-15170
E-Mail: info@wing.uni-vechta.de 

 

Fotos:
Foto 1: Prof. Dr. Hans-Wilhelm-Windhorst, Leiter des Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING). (Quelle: IEC, Gill Griffiths)
Foto 2: In Deutschland lebte der überwiegende Teil der Legehennen mit 62,8 % in Bodenhaltung, in ganz Europa lag der Anteil bei 25,7 %. (Quelle: WING)
Foto 3: Jeder deutsche Bundesbürger hat letztes Jahr im Durchschnitt 235 Eier gegessen. (Quelle: WING)

Quelle: WING
Universität Vechta