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 26.07.2017

Studienreise zur Legehennenhaltung und Eiererzeugung in den USA

Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Wissenschaftlicher Leiter des WING, führte in der Zeit vom 19.6. – 15.7.2017 eine Studienreise in den USA durch. Dabei wurden Unternehmen der Geflügelwirtschaft in den Staaten Arizona, Arkansas, Kalifornien und Texas besucht.

Im Mittelpunkt des Forschungsaufenthaltes standen folgende Fragestellungen:

  • Wie ist der Stand der Errichtung von käfiglosen (cage-free) Legehennenfarmen und welche Haltungssysteme werden installiert?
  • Wie wird von den führenden Unternehmen in der Eiererzeugung der Zeitablauf des Überganges zu käfiglosen Legehennenhaltung beurteilt?
  • Welche Herausforderungen stellen sich für die Legehennen haltenden Unternehmen bzgl. Forderungen des Tierwohls und des Umweltschutzes?
  • Wie wird die Marktentwicklung bei Eiern, Hähnchen- und Putenfleisch in den USA und auf dem Weltmarkt beurteilt?
  • Welche Marktchancen werden für langsamer wachsende
    Masthähnchen gesehen?

Die Studienreise hat deutlich gemacht, dass einige der in der EU diskutierten Fragen des Tierwohls und des Umweltschutzes inzwischen auch in den USA angekommen sind (z.B. Tötung männlicher Eintagsküken, langsamer wachsende Masthähnchen), andere aber bislang nur ansatzweise in das Blickfeld der Diskussionen um die intensive Geflügelproduktion geraten sind (z. B. das Verbot der Schnabelbehandlung von Legehennen und männliche Mastputen, Reduzierung der Besatzdichte in Geflügelmastställen).

Die in den USA von großen Lebensmittel- und Restaurantketten veröffentlichten Statements, ab 2025 nur noch Eier aus käfigloser Haltung von Legehennen zu listen bzw. zu verwenden, hat dazu geführt, dass führende Unternehmen in der Eiererzeugung begonnen haben, neue Anlagen zu errichten (siehe Foto).

 Gesamtansicht der Red River Valley Egg Farm (Bogata, Texas) 2,18 Mill. Stallplätze in käfigloser Haltung (Foto: Prof. Windhorst)

Gesamtansicht der Red River Valley Egg Farm (Bogata, Texas)
2,18 Mill. Stallplätze in käfigloser Haltung (Foto: Prof. Windhorst)

 

Diese Farmen erreichen Dimensionen, die in der EU nicht möglich wären. So werden zwei der besuchten Neuanlagen nach Fertigstellen jeweils etwa 2,3 Mill. Stallplätze umfassen. Angesichts der Probleme, die ähnlich große Anlagen während der Ausbrüche der Aviären Influenza im Mittelwesten der USA im Jahr 2015 hervorriefen, stellt sich die Frage, ob dies nicht ein hohes Risiko darstellt.

Auf großes Interesse stieß bei den besuchten Unternehmen und Verbandsvertretern der Geflügelwirtschaft die gemeinsam vom WING und dem NGW durchgeführte Transparenzoffensive, die bislang in den USA in dieser Form keine Parallele hat.

Prof. Windhorst wird über die Erfahrungen während der Studienreise in einer Artikelserie in der DGS berichten.

 

 

Universität Vechta