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23.01.2017

Schmidt: „Landwirtschaft ist Teil der globalen Sicherheitspolitik“

Agrarminister eröffnen deutsche G20-Präsidentschaft

 

Anlässlich des G20-Agrarministertreffens erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt:

„Wir Agrarminister sind die ersten Minister, die sich im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft treffen und die internationale Konferenzreihe damit eröffnen. Ohne eine leistungsfähige, innovative, nachhaltige und regional verwurzelte Landwirtschaft werden die Aufgaben, die vor uns liegen, nicht zu bewältigen sein. Insbesondere die wirtschaftlichen und sozialen Perspektiven, die die Landwirtschaft vor Ort bietet, sind Basis für Friedensarbeit und Stabilität. Die Landwirtschaft ist damit Teil der globalen Sicherheitspolitik.

Mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung und die Ziele der Agenda 2030 muss die Landwirtschaft noch produktiver, nachhaltiger und verantwortungsvoller mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen. Im Mittelpunkt unseres G20-Agrarministertreffens steht das Thema „Landwirtschaft und Wasser“ - denn ohne Wasser gibt es kein Leben, ohne Wasser gibt es keine Lebensmittel - ohne Wasser gibt es Hunger und Durst. Die Landwirtschaft benötigt Wasser um die wachsende Weltbevölkerung auch in Zukunft mit Nahrung zu versorgen. Als größter Wassernutzer trägt sie aber auch Verantwortung für den schonenden Umgang mit der Ressource. Das haben wir heute mit unserer gemeinsamen Erklärung unterstrichen.

Der Action Plan hält Verpflichtungen fest, mit denen die G20-Staaten den nachhaltigen Umgang mit Wasser sichern - in den Bereichen Politik, Technik, Forschung, Wissens- und Erfahrungsaustausch. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Digitalisierung. Mit Informations- und Kommunikationstechnologie lässt sich Beachtliches für den nachhaltigen Umgang mit Wasser leisten. Das führt nicht nur zur Produktivitätssteigerung, sondern schont durch effiziente Nutzung von Ressourcen auch unsere Umwelt. Die Digitalisierung bedeutet damit eine große Chance für die Landwirtschaft und die weltweite Ernährungssicherung. Insbesondere die ländlichen Räume müssen digital besser erschlossen werden. Auch deshalb werde ich mich dafür einsetzen, dass die Bedürfnisse der Landwirtschaft auf der G20-Digitalministerkonferenz in wenigen Wochen angemessen berücksichtigt werden. Auch bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen durch verminderten Einsatz von Antibiotika legen wir viel Energie in die Zusammenführung der verschiedenen Vorstellungen, Gewohnheiten und Systeme. Unser gemeinsames Ziel muss es sein durch geeignete Tierhaltungs- und Pflanzenproduktionsverfahren den Bedarf für Antibiotikaeinsätze in der Landwirtschaft zu minimieren.“

 

Hintergrund:

Die G20 stehen für 90 Prozent der globalen Wirtschaftskraft, zwei Drittel der Weltbevölkerung, 60 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche und 80 Prozent Erzeugung der gehandelten Grundnahrungsmittel. Daraus leitet sich Verantwortung ab.

Erstmals unter der deutschen G20-Präsidentschaft wurde ein eigener Agrar-Arbeitsstrang eingerichtet, der direkt an die Sherpas für die Staats- und Regierungschefs berichtet. Die deutsche Präsidentschaft trägt damit der fundamentalen Rolle der Landwirtschaft bei der Bewältigung globaler Zukunftsaufgaben Rechnung: Der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, dem Klimaschutz und der Bekämpfung sozialer und ökonomischer Fluchtursachen.

Mit dem vierten G20-Agrarministertreffen schließen die Ministerinnen und Minister inhaltlich an vorhergehende Treffen an. Ein wichtiger Punkt war 2016 das Bekenntnis zur Umsetzung des von der WHO gemeinsam mit FAO und OIE erarbeiteten globalen Aktionsplans gegen Antibiotikaresistenzen. Auch unter der deutschen G20-Präsidentschaft wird dieses Thema weiterverfolgt.

 

Den Action Plan und die Deklaration der Agrarminister (vorerst in Englisch) finden Sie unter www.bmel.de/G20AgricultureActionPlan_EN und www.bmel.de/G20AgricultureDeclaration_EN

 

 

Quelle: Presseinformation des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, PM 8/17, 22.01.2017
Foto: BMEL/ Photothek /Thomas Imo


 
Universität Vechta