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30.10.2017

McDonald´s startet neue Tierwohl-Initiative
für Hähnchenfleisch

Die weltweit führende Fastfood-Kette McDonald´s hat am 26. 10. 2017 mitgeteilt, dass es bis 2024 in 13 Ländern nur noch Hähnchenfleisch einsetzen wird, dass nach bestimmten Richtlinien erzeugt worden ist. Insgesamt werden davon etwa 70 % des vom Unternehmen gekauften Hähnchenfleisches betroffen sein. Außer in den USA, Kanada und Australien werden Hähnchenmäster in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen, Russland, Südkorea, Spanien, der Schweiz und demVereinigte Königreich die Richtlinien zu erfüllen haben. Die neuen Regelungen basieren nicht auf bereits bestehenden Vorgaben, z. B. von Global Animal Partnership (GAP)oder der englischen Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA), sondern sind vom Unternehmen entwickelt worden.

Die wichtigsten Regelungen sind:

• Das Unternehmen wird Vorgaben bzgl. der einzuhaltenden Haltungsbedingungen entwickeln, diese überprüfen lassen und über den Fortgang berichten.

• Es sollen zusammen mit Erzeugern, Vermarktern und Herstellern technischer Vorrichtungen Monitoringsysteme entwickelt werden, die eine automatischen Erfassung wichtiger Tierwohl-Parameter auf den Farmern ermöglichen, dabei sollen insbesondere auch Verhaltensaspekte berücksichtigt werden. Aus den Ergebnissen sollen Bereiche abgeleitet werden, in denen Verbesserungen zur weiteren Erhöhung des Tierwohls möglich sind.

• Hähnchen sollen aus Anlagen stammen, die ein natürliches Verhalten der Tiere ermöglichen, z.B. Picken, Sandbaden und Sitzen auf erhöhten Sitzstangen. Außerdem soll Beschäftigungsmaterial bereitgestellt werden. Die Hähnchen sollen jederzeit Zugang zur Einstreu haben, die Lichtstärke soll mindestens 24 Lux betragen. Mindestens 6 Stunden sind als Dunkelphase vorgeschrieben, davon 4 Stunden im Zusammenhang.

• In Zusammenarbeit mit den größten Lieferanten sollen die wichtigsten Einflussfaktoren auf das Wohlergehen der Tiere untersucht werden, dabei sollen Besatzdichte, Lichtverhältnisse und die Genetik der Tiere als wichtige Parameter Eingang finden. Darüber hinaus soll untersucht werden, welche Haltungsbedingungen für die unterschiedlichen Klimazonen besonders geeignet sind.

• In den USA und Kanada sollen Hähnchen nur von solchen Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben gekauft werden, die nach CO2-Betäubung geschlachtet wurden. Ein Verfahren, das in vielen Mitgliedsländern der EU und Australien bereits praktiziert wird.

• Durch neutrale Institutionen soll die Einhaltung der Richtlinien überprüft werden (third party audits).

• Bis Ende 2018 sollen die endgültigen Richtlinien veröffentlicht werden, um daran anschließend zu klären, ob sie in den vorgesehenen Ländern angewendet werden können.

• Es soll eine Beratungsgremien installiert werden, das sich vor allem mit Fragen der Nachhaltigkeit der Hähnchenmast beschäftigen soll. Das Gremium soll sich aus Vertretern von Wissenschaft, Erzeugern und Tier- und Umweltschutzorganisationen zusammensetzen, um das Unternehmen auf dem Weg einer fortlaufenden Verbesserung der Nachhaltigkeit und des Tierwohls in der Erzeugung von Hähnchenfleisch zu unterstützen.

Als eines der weltweit führenden Unternehmen in der Bereitstellung von Lebensmitteln sieht McDonald´s eine Möglichkeit, einen Wandel in der Erzeugung von Hähnchenfleisch herbeizuführen, das wesentliche Anliegen der Gesellschaft berücksichtigt.

 

Quelle:http://www.wattagnet.com/articles/32441, 30.10.2017

 

Universität Vechta