Nachhaltigkeit Geflügel - Geflügelwirtschaft


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 30.05.2017

 

8. Osnabrücker Geflügelsymposium

WING und StanGe organisieren eine der führenden Fachveranstaltungen in den Geflügelwissenschaften

Am 30. Mai 2017 fand bereits zum achten Mal das Osnabrücker Geflügelsymposium an der Hochschule Osnabrück statt. Obwohl die üblicherweise im Februar stattfindende Veranstaltung aufgrund des Ausbruchs der Aviären Influenza in Niedersachsen auf Ende Mai verlegt wurde, hatten sich erneut über 400 Personen angemeldet.

Am Vormittag wurden die "Herausforderungen der Globalisierung an die Geflügelwirtschaft" aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Friedrich-Otto Ripke, Vorsitzender des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V., stellte zunächst die Sicht des Verbandes dar. Als Sprachrohr der Geflügelhalter wies er darauf hin, dass die Kosten für mehr Tierschutz nicht alleine von den Landwirten getragen werden könnten und zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Geflügelfleischerzeugung auch die Politik gefordert sei. Prof. Dr. Rudolf Preisinger, EW Group GmbH, erläuterte anschließend die Herausforderungen der Globalisierung der Märkte an die Geflügelzucht. Eine Analyse der Globalisierung der Eier- und Geflügelfleischerzeugung auf der Basis des Entwicklungsstandes der Länder stellte Dr. Aline Veauthier, Geschäftsführerin des WING, vor. Sie wies darauf hin, dass das zukünftige Wachstum der Geflügelfleisch- und Eiererzeugung vor allem in Ländern erfolgen werde, in denen Aspekte des Tierwohls bislang eine geringe Bedeutung haben. Darüber hinaus stellte Falko Kaufmann, Hochschule Osnabrück, die Osnabrücker Poultry Academy, kurz "OPA", vor. Dabei handelt es sich um ein berufsbegleitendes Fort- und Weiterbildungsangebot, das sich v.a. an Agraringenieure und (angehende) Fach- und Führungskräfte der Geflügelwirtschaft richtet. Moderiert wurde der Vortragsblock von Prof. Dr. Harald Grygo, Hochschule Osnabrück, sowie dem Wissenschaftlichen Leiter des WING, Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst.

Am Nachmittag fanden zwei weitere Plenumsvorträge statt. Dr. Klaus Damme, LVFZ Kitzingen, stellte eine Studie zur Aufzucht der Hahnenküken von Legehybriden vor. Seine Ergebnisse hinsichtlich Ökonomie, Verdrängungspotenzial, Umweltwirkung und Ressourcenverbrauch machten die Herausforderungen der Mast von Hahnenküken deutlich. Anschließend sprach Dr. Ludger Breloh, REWE Group, über die Chancen und Perspektiven aus Sicht eines Lebensmitteleinzelhandelsunternehmens. Er mahnte an, die Verantwortung für eine nachhaltige und tiergerechte Geflügelproduktion nicht dem Verbraucher zu übertragen. Stattdessen seien auch Handel, Verarbeitungsunternehmen und die Politik gefordert.

Wie beim Osnabrücker Geflügelsymposium üblich, erfolgte dann die thematische Einteilung in Sessions nach verschiedenen Tierarten. Diese beschäftigten sich mit folgenden Forschungsfragen:

  • In-ovo-Geschlechtsbestimmung beim Haushuhn, Almuth Einspanier, Universität Leipzig
  • Optimierung der Einstreuqualität beim Mastgeflügel, Kathrin Toppel, Hochschule Osnabrück
  • Initiative Tierwohl: Maßnahmen zur Förderung und Honorierung der Tierwohlmaßnahmen bei Mastgeflügel, Alexander Hinrichs, Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung
  • Einflussfaktoren auf die Schlachtkörperqualität von Pekingenten, Gunnar Brehme, Duck-Tec Brüterei GmbH, Jan Blaue, Fläminger Entenspezialitäten GmbH und Co. KG
  • Gefiederbonitur als Indikator für Verhaltensstörungen bei Legehennen, Tammo Weseloh, Hochschule Osnabrück
  • Optimaler Schutz für Küken in den ersten Lebenswochen - Was können maternale Antikörper, in-ovo-Impfung, Impfung am 1. Lebenstag leisten? Matthias Voss, Lohmann Tierzucht GmbH
  • Anforderungen der Mastpute an Aufbaummöglichkeiten, Jutta Berk, Friedrich-Loeffler-Institut, Celle
  • Veränderungen am Entenpaddel als Tierschutzindikator?! Lea Klambeck, Hochschule Osnabrück

 

Im kommenden Jahr wird das Osnabrücker Geflügelsymposium voraussichtlich wieder im Februar stattfinden. WING und StanGE freuen sich schon auf die Vorstellung neuer Forschungsergebnisse, Praxiserfahrungen und auf interessante Diskussionen.

 


Quelle: WING

 

Universität Vechta